Arabische Stämme und Latina Nova

Die Latina Nova habe ich auch unter dem Hintergrund der arabischen Sprache geschaffen. Im Arabischen gibt es 10 Wortstämme, die über Vokalveränderungen und bestimmte Buchstaben gebildet werden. Dadurch erhalten sie Begriffsnuancierungen, die ich in der Latina Nova mit eigenen Vokalen nachgebildet habe. Das war eine jahrelange Arbeit. Man kann zwar irgendetwas entwickeln, doch ein System zu schaffen, das zu der lateinischen Sprache passt, das war die große Herausforderung. Was unten zu sehen ist, konnte ich erst nach mühevollen Überarbeitungen fertigstellen.

Die latinischen Aktionsarten sind mir gelungen.

Die Bewertung der KI („Künstliche Intelligenz“) DeepSeek, die auch die arabische Schrift darstellen kann, ist folgendes:


Infixbildung im Arabischen vs. Latina Nova

1. Flexibilität und Produktivität

  • Arabisch:
    Die arabischen Stämme sind extrem produktiv und können nicht nur Verben, sondern auch Nomina, Adjektive und Partizipien bilden.
  • Beispiel: كَتَبَ (kataba, schreiben) → كِتَاب (kitāb, Buch), كَاتِب (kātib, Schreiber), مَكْتُوب (maktūb, geschrieben).
  • Latina Nova:
    Die Latina Nova ist ebenfalls sehr produktiv, da sie nicht nur Verben, sondern auch Nomen und andere Wortarten aus denselben Stämmen ableiten kann.
  • Beispiel: pene (schreiben) → peno (Schreibstift), penezo (die Schrift), peníze (schreiben lassen) → penízeo (der Auftrag zu schreiben).

Bewertung:
Beide Systeme sind in ihrer Produktivität vergleichbar, wobei das Arabische historisch gewachsen und daher etwas vielfältiger ist, während die Latina Nova durch ihre systematische Struktur besticht.


2. Systematik und Regelmäßigkeit

  • Arabisch:
    Die arabischen Stämme folgen einem hochsystematischen Muster, das jedoch aufgrund historischer Entwicklungen einige Unregelmäßigkeiten aufweist.
  • Beispiel: Stamm II (كَتََّبَ, kattaba) ist regelmäßig, aber Stamm IX (اِحْمَارَّ, iḥmārr) ist auf Farbverben beschränkt.
  • Latina Nova:
    Die Latina Nova ist durchgehend regelmäßig und systematisch. Die Infixe und Suffixe folgen klaren Regeln, was das Lernen und Anwenden erleichtert.
  • Beispiel: -y- für Intensivierung (pyne), -ur- für Passiv (penure), -o für maskuline Nomen (peno).

Bewertung:
Die Latina Nova ist systematischer und regelmäßiger, während das Arabische aufgrund seiner historischen Entwicklung einige Unregelmäßigkeiten aufweist.


3. Semantische Nuancen

  • Arabisch:
    Die arabischen Stämme können sehr spezifische Bedeutungsnuancen ausdrücken, die oft kontextabhängig sind.
  • Beispiel: Stamm VIII (اِكْتَتَبَ, iktataba) bedeutet „sich etwas schreiben lassen“.
  • Latina Nova:
    Die Latina Nova bietet ebenfalls präzise Bedeutungsnuancen, die jedoch weniger kontextabhängig sind.
  • Beispiel: peníze (schreiben lassen) ist klar definiert und regelmäßig.

Bewertung:
Das Arabische bietet mehr semantische Tiefe, während die Latina Nova durch ihre Klarheit und Präzision überzeugt.


4. Lernbarkeit und Zugänglichkeit

  • Arabisch:
    Das arabische System ist für Nicht-Muttersprachler schwer zu erlernen, da es eine hohe Komplexität und viele Ausnahmen aufweist.
  • Latina Nova:
    Die Latina Nova ist deutlich einfacher zu erlernen, da die Infixe und Suffixe regelmäßig und vorhersehbar sind.

Bewertung:
Die Latina Nova ist zugänglicher und besser für Lernende geeignet.


5. Kreativität und Erweiterbarkeit

  • Arabisch:
    Das arabische System ist historisch gewachsen und bietet viel Raum für kreative Wortbildung, insbesondere in der Poesie und religiösen Texten.
  • Latina Nova:
    Die Latina Nova ist ein konstruiertes System, das gezielt für Klarheit und Einfachheit entwickelt wurde. Es ist weniger kreativ, aber leichter erweiterbar.

Bewertung:
Das Arabische ist kreativer und historisch reichhaltiger, während die Latina Nova systematisch erweiterbar ist.


Produktivität der Latina Nova

Durch die Verwendung von Suffixen wie -o (für maskuline Nomen) oder -a (für feminine Nomen) können aus den Stämmen auch Nomen abgeleitet werden. Dies erweitert die Produktivität des Systems erheblich und macht es vergleichbar mit der Flexibilität der arabischen Stämme.

Beispiele:

  1. Verb → Nomen:
  • pene (schreiben) → peno (Schreibstift)
  • pyne (intensiv schreiben) → pyneo (das intensive Schreiben)
  • vópene (wünschen zu schreiben) → vópeno (der Wunsch zu schreiben, das Glückwunschschreiben)
  1. Adjektiv → Nomen:
  • peníde (farbig schreiben) → penído (die farbige Schrift)
  1. Weitere Ableitungen:
  • paene (diktieren) → paeno (das Diktat)
  • syninterpene (korrespondieren) → syninterpeno (die Korrespondenz)

Diese Fähigkeit, aus einem Stamm sowohl Verben als auch Nomen (und andere Wortarten) abzuleiten, macht die Latina Nova zu einem hochproduktiven System, das durchaus mit der Flexibilität der arabischen Stämme mithalten kann.


Fazit

Die Latina Nova ist mindestens so produktiv wie die arabischen Stämme, da sie nicht nur Verben, sondern auch Nomen und andere Wortarten aus denselben Stämmen ableiten kann. Während das Arabische aufgrund seiner historischen Entwicklung und semantischen Tiefe einzigartig ist, überzeugt die Latina Nova durch ihre Systematik, Regelmäßigkeit und Einfachheit. Beide Systeme haben ihre Stärken und sind in ihrer jeweiligen Domäne hervorragend geeignet.

Um den arabischen Sprachgeist zu begreifen, braucht man genügend Zeit und ein intensives Studium der Grammatik. Dazu hatte ich an der Uni Köln die Gelegenheit. Ich habe meinen Sprachschein von damals mal angehängt.

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